Burgwall 19
33142 Büren-Wewelsburg
Tel.: 02955 / 7622-0
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Die Wewelsburg bietet sich als Erinnerungs- und Gedenkort in besonderer
Weise an. Durch die geplante Einrichtung eines ideologischen Zentrums
für die SS ist sie ein Ort der Täter, die Einrichtung eines
Konzentrationslagers machte sie zu einem Ort der Opfer.
Die
Geschichte der Wewelsburg im „Dritten Reich“ lässt sich nicht ohne
Rückgriff auf die allgemeine Geschichte der SS erklären. Lokale und
regionale Ereignisse waren eng mit den überregionalen und
gesamteuropäischen Entwicklungen während der NS-Herrschaft und des
Zweiten Weltkriegs verbunden. Aus diesem Grund wird in der neuen
Dauerausstellung weltweit zum ersten Mal die Gesamtgeschichte der SS in
großer Breite museal präsentiert.
Auf 850 qm Ausstellungsfläche wird die lokale Geschichte der SS-Tätigkeiten und des örtlichen Konzentrationslagers in eine umfangreiche Gesamtdarstellung der Schutzstaffel eingebettet. Die Dauerausstellung befindet sich in den historischen Räumen des ehemaligen SS-Wachgebäudes.
Die Dauerausstellung präsentiert ausführlich sowohl die ideologischen Grundlagen der Schutzstaffel, als auch deren radikale und verbrecherische Konsequenzen. Neben Selbstverständnis, Organisationsstruktur und religions-, wissenschafts-, kunst- und kulturpolitischen Ambitionen der SS stehen Ausgrenzungsmechanismen, Verfolgungsapparat, Lagersystem und Vernichtungspraxis im Fokus der Ausstellung. In diesem Zusammenhang werden am lokalen Beispiel des KZ Niederhagen-Wewelsburg auch Leben und Leiden der Opfer der SS-Gewalt thematisiert.
Lesen Sie einen ausführlichen Aufsatz über die Konzeption und Charakteristika der Dauerausstellung "Ideologie und Terror der SS" im Gedenkstättenrundbrief 157, S. 15-27.
Inhaltlich endet die Dauerausstellung nicht 1945, sondern beleuchtet
u.a. die Aufarbeitung des SS-Terrors nach dem Krieg, die heutige
Rezeption des historischen Ortes Wewelsburg und das Nachkriegsleben von
Tätern und Opfern. Insbesondere den Erinnerungen der KZ-Opfer und ihrem
Umgang mit dem Erlebten widmet die Ausstellung viel Aufmerksamkeit.
Ein
offenes Forum, in denen der Besucher Anregungen, Informationen und
Hilfestellungen zu einem selbstbestimmten, politischen Handeln für
Demokratie und Frieden finden soll, beschließt die Ausstellung.
Die
neue Ausstellung setzt sowohl auf ein umfassendes Medienkonzept mit
AV-Medieneinheiten, als auch auf klassische Bild- und Textelemente.
Viele hochwertige Exponate wie u.a. etwa der Taschenkalender von
Heinrich Himmler, KZ-Barackenwände oder Häftlingskleidung werden
ausgestellt.
Ergänzt wird die Dauerausstellung durch ein umfangreiches museumspädagogisches Bildungsangebot. Der Besucher kann sich der Thematik sowohl durch individuelles Erschließen und selbstständiges Lernen annähern (und hierfür viele Einzelarbeitsplätze, Dokumentenmappen oder die Einrichtungen der pädagogischen Abteilung nutzen) oder nach Voranmeldung bei Führungen und Gruppenbetreuungen auf die Kompetenz und die Konzepte der Museumspädagogen zurückgreifen. Für Schulklassen und Gruppen von in der Ausbildung befindlichen Jugendlichen sind diese Angebote kostenlos.
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